Detox – körperlich, mental, emotional, physisch und digital

Loslassen, Nicht-Verdautes und alt Angesammeltes loswerden, das ist der Zweck des Detox.

Denn oft wirken diese nicht verdauten Dinge tatsächlich toxisch in unserem System.Das können genauso gut physische Dinge wie Lebensmittel, die nicht so gut für uns sind und sich als Schlacken festsetzen, als mentale oder emotionale Belastungen sein.

Frau fühlt sich leicht nach Detox

Leichtigkeit…

In einem meiner letzten Beiträge – Veränderung trotz inneren Widerständen – habe ich ja schon vom Loslassen geschrieben. Dort ging es darum, dass wir uns oft nicht an etwas Neues heranwagen und wie wir uns überwinden können, dennoch den ersten Schritt zu tun.

Hier möchte ich nun auf das Loslassen als Prozess in ganz unterschiedlichen Bereichen eingehen: einmal das Loslassen und Reinigen unserer Umgebung, unserer Wohnung, das als Detox verstanden werden kann. Aber auch das körperliche, mentale und emotionale Loslassen, das wir klassischerweise im Frühling in Form von Fasten oder eben als etwas weniger extremen körperlichen Detox machen. Ebenso wird es um den digitalen Detox gehen.

Erstmal hole ich etwas aus, um zu erzählen, was ich für mich als passende Form von Detox entdeckt habe. Ich bin vor etwa zwei Jahren auf Ayurveda gestoßen, die jahrtausend alte indische Wissenschaft von einem glücklichen langen Leben. Mich begeisterte Ayurveda sofort, einmal weil es eine sehr ganzheitliche Betrachtung des menschlichen Lebens ist, in dem der Körper, Geist und die Seele Beachtung finden, und dann auch, weil jeder Mensch mit seiner ganz individuellen Konstitution betrachtet wird.

Frau mit geschlossenen Augen fühlt in sich hinein

Was tut mir jetzt gut?

Aus dieser individuellen Konstitution ergibt sich, dass nicht jedes Essen (oder jeder Lebensstil oder jede Achtsamkeitspraxis) für jede Person zu jedem Zeitpunkt das Richtige ist. In dieser Erfahrungswissenschaft geht es immer darum, sich selbst besser und besser kennen zu lernen und herauszufinden: Was tut mir persönlich jetzt gerade gut? Es gibt keine Verbote, sondern Empfehlungen, die man durch Ausprobieren in sein Leben integrieren kann oder eben nicht, je nach Situation und Gefühl.

Nun erkennst du vielleicht schon die Parallelen zur Marie-Kondo-Methode™?

Da fragen wir uns: Was möchte ich für mich? Was will ich behalten, was macht mich jetzt glücklich? Ganz gleich, was andere dazu sagen, geht es darum, sich durch die Gegenstände, die man um sich hat, wohl zu fühlen.

Sowohl bei Marie Kondo als auch im Ayurveda geht es um den Fokus auf das Positive: “Was möchte ich behalten?” und nicht “Was möchte ich wegwerfen?” bei Marie Kondo, “Was möchte ich essen oder welche Art von Atemübung tut mir gerade gut?” und nicht “Ich darf kein Fett essen!” oder “ich muss jeden Tag eine Stunde Power-Yoga machen!” im Ayurveda.

Second-Hand-Laden mit Kleidern

Spenden werden gerne angenommen…

Und bei beiden geht es natürlich auch ums Loslassen. Ganz offensichtlich wird es beim Aufräumen, wenn die gefüllten Tüten zum Spenden oder Verkaufen bereit stehen. Damit lässt sich auch das gute Gefühl erklären, wenn man denn den Sack voller Schuhe beim Sozialkaufhaus abgeben hat: es ist tatsächlich ein Ballast, der von uns abfällt, physisches, mentales und sogar emotionales Gewicht, das wir abgeben dürfen.

Im Ayurveda wird das “Aufräumen” sogar täglich praktiziert mit dem sogenannten Gandusha, dem Reinigung- und Entgiftungsritual. Dazu wird jeden morgen erst die Zunge von ihrem Belag gereinigt (mit einem Zungenschaber oder aber einfach einem Löffelrücken) und anschließend werden mit etwas Öl, das eine ganze Weile im Mund behalten wird, die Gifte, die sich über Nacht angesammelt haben, gebunden. So erfrischt trinkt man dann heißes Wasser, das noch mehr nach innen reinigt und die Verdauung zum ersten Mal in Schwung bringt.

Da wir aber mit so vielen Menschen, Umgebungen und Lebensmitteln in Berührung kommen, reicht diese tägliche Reinigung meistens nicht aus, um uns immer komplett von allen ungünstigen Einflüssen zu befreien.

Deshalb wird empfohlen, immer wieder einmal eine mehrtägige Detoxkur durchzuführen. Ähnlich dem großen Frühlingsputz (über dieses Thema gibt es auch einen Blogartikel, den ich mit meinen Kolleginnen zusammen geschrieben habe) für die Wohnung dient der Detox der Grundreinigung von Körper, Geist und Seele. Am besten geeignet ist das von der Jahreszeit her während der Übergänge: Herbst und vor allem eben der Frühling.

Vor kurzem habe ich zum dritten Mal einen ayurvedischen Detox gemacht und ich finde es erstaunlich, wie unterschiedlich sich das jedes Mal anfühlt. Aber allen Kuren gemeinsam ist, dass ich immer ein leichteres Gefühl habe danach und sich meine Körper tatsächlich auch leichter und frischer anfühlt.

Gekochtes Gemüse und Getreide in Bowl

Leichte gekochte Mahlzeiten entlasten die Verdauung

Das Schöne am Ayurveda ist, dass wir immer versuchen, eine Balance herzustellen. Hier also auf der einen Seite bewusst auf manche Lebensmittel und stressige Tätigkeiten zu verzichten, auf der anderen Seite aber doch den Körper (und den Geist!) gut zu nähren, in dem wir leicht verdauliche kleinere Mahlzeiten zu uns nehmen und leichte, schöne Bewegung und Tätigkeiten in unseren Tag einbauen.

Diesmal habe ich mir zum ersten Mal zusätzlich ein Digital-Detox-Wochenende vorgenommen. Ich empfand es als sehr interessantes Experiment. Am Samstag passierte es mir ein paar Mal, dass ich sowas dachte wie “Ich schaue jetzt mal nach, wie die Temperatur draussen ist”, als ich mich anziehen wollte oder ich wollte eine geführte Meditation und Yogasequenz auf meiner Yoga-App machen. Upps… ging ja nicht, das Handy lag ausgeschaltet in der Schublade! Auch ein Schnappschuss oder einfach mal kurz nachschauen, ob mir jemand geschrieben hat… Nein, erst am Montag wieder! Zu Beginn war ich tatsächlich ein bisschen unruhig… Entzugserscheinungen?! Du liebe Güte, so weit ist es also gekommen mit der modernen Technik! Ich wurde mir bewusst, dass dieses nach dem Handy greifen wirklich total automatisiert geworden ist bei mir.

Als dieser Zustand dann aber vorüber war, wurde es angenehm! Ich war ruhiger und fühlte mich richtig frei: ich habe zum Beispiel eine handwerkliche Arbeit angefangen, die ich schon so lange machen wollte. Und ich fand Zeit, um gemütlich einen Film mit meiner Tochter zu gucken.

Deshalb: ich finde das Experiment auf jeden Fall wiederholenswert!

Und nicht nur den digitalen Detox kann ich empfehlen, sondern auch den oben beschriebenen ayurvedischen (oder etwas ähnliches, es gibt ja genug Auswahl!). Einfach mal ein paar Tage runterfahren, seine Verdauung entlasten und Körper und Geist etwas Ruhe gönnen. So ein “reset” tut wahnsinnig gut von Zeit zu Zeit.

Und zum Schluss möchte ich nochmals aufs Zuhause-Aufräumen zu sprechen kommen: Deine gesamten Gegenstände einmal richtig systematisch auszusortieren ist sowieso immer eine gute Idee, das weiß ich aus eigener Erfahrung, aber auch hier gilt: die Frühlingsenergie, die auf Neuanfang ausgerichtet ist, zu nutzen, kann dir zusätzlich helfen. Wenn du einen richtig kraftvollen Startschuss für dein Projekt setzen möchtest, dann fang mit einigen Tagen Detox-Kur an und gehe anschließend mit viel Leichtigkeit und Freude dein Aufräum-Festival an!

Frühlingsblüten

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über BEA

Natürlich braucht nicht jeder Mensch eine Beratung zum Aufräumen. Menschen sind verschieden, manche ziehen es vor, sich die Bücher von Marie Kondo zu kaufen und sich selbständig auf ihre Aufräum-Reise zu begeben. Andere sind froh um einen Anstoß

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